Klasse 9b

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Besuch im jüdischen Museum
Anlässlich des Geburtstages von Max Mannheimer am 6. Februar unternahm die Klasse 9b gemeinsam einen Ausflug ins Jüdische Museum, um die jüdische Geschichte der Stadt München noch besser kennen zu lernen.
Nach einer Vorbesprechung fuhren wir gemeinsam zum Jüdischen Museum, das sich mit der neuen Synagoge und dem Gemeindezentrum auf dem Jakobsplatz befindet. Weil wir deutlich zu früh ankamen und es furchtbar kalt war, nutzten wir die Gelegenheit, die Synagoge zumindest von außen näher anzuschauen.
Durch das Jüdische Museum wurden wir von Fabio begleitet, der noch studiert und für das Museum arbeitet. Er erklärte uns auch, dass das große Tor zur Synagoge eigentlich nie öffnet und es einen unterirdischen Zugang vom Gemeindezentrum zur Synagoge gibt. Das hat, wie wir sofort vermuteten, einerseits Sicherheitsgründe und ist andererseits für die Gemeindemitglieder auch völlig normal.
In der Dauerausstellung setzten wir uns auf einen Teppich, der dem Grundriss der Stadt München nachgeformt war. Sobald wir kleine Stelen auf Markierungen stellten, leuchteten auf der Rückwand Fotos auf. Wir erfuhren, dass es in München eigentlich schon immer Juden gab und diese in der Geschichte der Stadt eine wichtige Rolle spielten. Schon kurz nach der Stadtgründung Münchens (1158) gab es Juden, die in Pogromen immer wieder vertrieben wurden.
Bevor es 1933 zu staatlich geführten Aktionen gegen Juden kam, lebten in München ca. 12 000 jüdische Bürger. Die Bilder, die wir zu diesem Zeitabschnitt der jüdischen Geschichte sahen, konnten wir gut erklären, da wir uns mit der Zeit des Nationalsozialismus im GSE-Unterricht ausführlich beschäftigt hatten.
Trotzdem waren wir erstaunt, als wir in der Sonderausstellung „Sieben Kisten mit jüdischem Material“ später einen Blick auf die Gegenstände werfen durften, die 1938 während des Novemberpogroms aus Synagogen geraubt worden waren. Sie wurden erst vor ein paar Jahren in einem Würzburger Museumsdepot wiederentdeckt und müssen nun ihrem Ursprungsort wieder zugeordnet werden, was gar nicht so leicht ist. Manche von ihnen waren viele hundert Jahre alt und offenbar von großem persönlichem und kulturellem Wert.
Besonders gefallen hat uns, dass wir einige Gegenstände auch anfassen und ausprobieren durften. Denn wer kann von sich behaupten, schon mal eine Tora ausgerollt oder mit einer Purim-Ratsche so richtig Lärm gemacht zu haben? Na klar, wir!
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